Eine Laterne und eine Helebarde in der Hand, ein Horn umgehängt und eine schützenden Decke übergestreift, kam er die Straße „ Am Brunnen“ in Richtung Schule heruntergelaufen. Es schien tatsächlich der Nachtwächter von Dölau aus dem Jahr 1716 zu sein. Zügig ging er auf die Gruppe wartender Erwachsener und Kinder zu. Einige Kinder hatten ihre Laternen mitgebracht und angezündet, um den Weg durch die einbrechende Dunkelheit zu finden. Eine Einladung zum Rundgang mit dem Nachtwächter durch die Dölauer Geschichte hatte in ihnen die Neugier geweckt. Es war die beste Gelegenheit das Wissen über den Ort zu verbessern und sich ein abendliches Erlebnis zu verschaffen.

Vom Treffpunkt ging es mit Zwischenstopps am Kriegerdenkmal, an dem ehemaligen Standort der Küsterschule, an der Wilhelm-Bähr-Schlippe, an der „Alten Schule“ schließlich zur „Neuen Schule“. An diesen Haltepunkten gab der allseitig gebildete „Nachtwächter“ sein umfangreiches Wissen über die Vergangenheit eindrucksvoll an seine Begleiter weiter.

Als man sich verabschiedete, bereute wohl niemand diesen Rundgang mitgemacht zu haben. Bleibt zum Schluss ein Dank für den engagierten Dr. Wissenbach (Bild 1), der an diesem Abend in die Rolle des Dölauer Nachtwächters geschlüpft war!