Prof Dreisig-bearbeitet

Prof. Dr. Hans Dresig

Beruf Maschinenbau-Professor
Geboren 1937
Gestorben 2018

Lebensdaten

Prof. Dr.-Ing. habil. Hans Dresig
31. Januar 1937 – 25. April 2018

Wenn wir in unserer Serie „Dölauer Persönlichkeiten“ Personen vorstellen, die in unserem Ort geboren wurden oder hier gelebt haben, so gehört auch Prof. Dr.-Ing. habil. Hans Dresig dazu. Er war einer der bekanntesten Maschinenbauingenieure und Fachmann auf dem Gebiet der Maschinendynamik.

Herkunft

Am 31.01.1937 erblickte er in Dölau das Licht der Welt. Seine Eltern waren Marie Emmi Dresig, geb. am 17.9.1903 in Dölau, und Max Erich Dresig, geb. am 4.5.1903 in Bronkow, Stellmachermeister aus Halle. Marie Emmi, geborene Arndt, arbeitete als Blumenbinderin bis zu ihrer Heirat (27.2.1936 in Dölau) in der familiären Gärtnerei der Lettiner Straße 38 (heute Elbestraße), die von ihrem Bruder Walter Arndt geführt wurde. Dieses Familienunternehmen wurde um ca. 1900 von Friedrich Arndt gegründet.
Nach der Hochzeit von Emmi Arndt und Erich Dresig wohnte Erich einige Zeit mit in der Gärtnerei, arbeitete aber als Stellmachermeister beim Karosserie- und Fahrzeugbau Franz Dresig, einem Verwandten der Familie. Nach der Geburt ihres Sohnes Hans zogen sie bald nach Halle in die Krondorfer Straße 6. Hans Dresig wuchs in den folgenden Jahren in Halle auf und kam mit seinen Eltern nur noch zu Familientreffen nach Dölau.

Akademische Karriere

Nach dem Schulabschluss bot sich für ihn die Möglichkeit, an der Arbeiter-und-Bauern-Fakultät Halle die Hochschulreife zu erlangen. Anschließend studierte Hans Dresig von 1954 bis 1960 an der Technischen Universität Dresden. Danach arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Mechanik der Technischen Universität Dresden und promovierte dort 1965 mit dem Thema „Ermittlung dynamischer Belastungen an Wippdrehkranen“.
Von 1965 bis 1969 war er zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter und danach als Leiter für Forschung und Entwicklung im Kranbau Eberswalde tätig. 1970 wurde Hans Dresig als Hochschuldozent für Maschinendynamik an die Technische Hochschule Karl-Marx-Stadt berufen. Seine Dissertation B mit dem Thema „Beitrag zur Optimierung der Bewegungsabläufe in der Maschinendynamik“ verteidigte er 1971 an der Technischen Universität Dresden.
Während seines sechsmonatigen Zusatzstudiums 1975/1976 am Moskauer Textilinstitut knüpfte er zahlreiche Kontakte zu russischen Fachkollegen, aus denen sich in den Folgejahren eine enge wissenschaftliche Zusammenarbeit entwickelte.
Als Nachfolger von Professor Dr. H. Göcke wurde Hans Dresig 1978 zum Professor für Technische Mechanik an die Technische Hochschule Karl-Marx-Stadt und nach der politischen Wende 1992 zum Professor für Maschinendynamik/Schwingungslehre an die Technische Universität Chemnitz berufen.

Ruhestand und Ehrung

Nach dem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 2002 war er freiberuflich als Referent, Berater und Gutachter tätig. Von 2009 bis 2013 lehrte er als Gastprofessor an der Fakultät Maschinenbau der Landwirtschaftlichen Universität Nanjing in China.
Für sein Engagement bei der Erarbeitung von VDI-Richtlinien wurde Hans Dresig 1999 mit der Fritz-Kesselring-Ehrenmedaille des VDI ausgezeichnet.
Prof. Dr.-Ing. habil. Hans Dresig verstarb am 25. April 2018 in Auerswalde. Er hinterließ seine Ehefrau Barbara Dresig, die Tochter Almuth und die Söhne Frank und Friedmar.

Veröffentlichungen

Veröffentlichungen:

  • H. Dresig, I. I. Vulfson: Dynamik der Mechanismen, Deutscher Verlag der Wissenschaften, Berlin 1989
  • H. Dresig, F. Holzweißig: Maschinendynamik, Springer-Verlag (Standardwerk Maschinendynamik)
  • H. Dresig, A. Fidlin: Schwingungen mechanischer Antriebssysteme: Modellbildung, Berechnung, Analyse, Synthese. 3. Auflage, Springer Vieweg 2014
  • H. Dresig, M. Beitelschmidt: Maschinendynamik – Aufgaben und Beispiele. 2. Auflage, Springer Vieweg 2017

Quellen

Quellen:
1) Adressbuch Halle (Saale) 1941, Seite I-061
2) https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Dresig
3) Fotos: Barbara Dresig
4) Nachruf des Instituts für Mechanik und Thermodynamik der TU Chemnitz, http://www.hans.dresig.de/