Wie bereits in dem Artikel „Stolpersteine für Dölau“ im April angekündigt, fand am 20.06. die Verlegung der Stolpersteine statt. Bereits am 26.Mai 2023 hatte die Nachrichtensendung „Tagesschau“ der ARD in ihrer Berichterstattung das Wirken des Kölner Künstlers Gunter Demnig anlässlich der Verlegung des 100 000sten Steines gewürdigt. Auf der Internetseite des Vereins „Zeit-Geschichte(n) e. V.“ (www.zeit-geschichten.de), der dieses Kunst-Projekt in Halle unterstützt, heißt es dazu: „Der Kölner Künstler Gunter Demnig verfolgt seit 1992 ein Projekt, das die Vertreibung und Vernichtung von Juden, Sinti und Roma (damals „Zigeuner“ genannt), politisch Verfolgten, Homosexuellen, Zeugen Jehovas und Behinderten durch Deutsche im Nationalsozialismus in Erinnerung bringt. Vor ihren ehemaligen Wohnhäusern werden Pflastersteine in den Bürgersteig eingesetzt. Die Steine sind aus Beton gegossen und tragen an der Oberseite eine 10 mal 10 Zentimeter große Messingtafel, in die Demnig mit Hammer und Schlagbuchstaben „HIER WOHNTE“ und darunter Namen, Geburtsdaten und das weitere Schicksal jedes einzelnen Menschen einstanzt. Demnig möchte das Gedenken in unserer Nachbarschaft stattfinden lassen, nicht weitab an Orten, die man auch bequem links liegen lassen kann. Ihn lässt die Frage nicht los, wie es geschehen konnte, dass Menschen friedlich nebeneinander lebten und dann auf einmal Nachbarn verschwanden; ganz legal im Namen der Mehrheit und des Staates abgeholt und ermordet wurden und kaum jemand empörte sich oder will es gemerkt haben?“



Drei Stolpersteine wurden vor dem Haus Elbestraße 34 für die ehemals in diesem Haus lebenden Einwohner durch Gunter Demnig verlegt.
Informationen über die Lebensgeschichte der Familie Silberberg finden Sie in der nebenstehenden PDF-Datei.
Ein weiterer Stolperstein fand seinen Platz in der Hufelandstraße vor dem Haus Nr.32. Gewidmet ist er Prof. Richard Laqueur, einer der bekanntesten Althistoriker Deutschlands in den 1920/30iger Jahren. Seinen Lebensweg schildert der Inhalt der hier beigefügten zweiten PDF-Datei.
Übrigens, der erste Stolperstein in Halle wurde am 6.Mai 2004 verlegt. Initiatorin für die Einführung dieses Kunst-Projektes war die Stadträtin Margrit Lenk, Mitglied der damaligen halleschen PDS-Fraktion und Einwohnerin von Dölau. (BW)
Das untere Video vermittelt einen Eindruck von der Stolpersteinverlegung in Dölau.






