Menhir Steinerne Jungfrau in Dölau: Ein hoch aufragender, verwitterter Steinmonolith auf einem Grashügel vor blauem Wolkenhimmel.
Sehenswürdigkeit

Steinerne Jungfrau

Quarzit-Menhir aus der Jungsteinzeit, errichtet um 3000 v. Chr. Heute 5,5 m hoch und nach dem Gollenstein im Saarland der zweitgrößte Mitteleuropas - ältester Zeuge der Region.

51,51938
Breitengrad
11,87951
Längengrad

Beschreibung

Die Steinerne Jungfrau (auch Dölauer Jungfrau, Heidenstein oder Langer Stein genannt) ist ein vorgeschichtlicher Menhir am nördlichen Ortsrand von Dölau. Mit einer Höhe von ca. 5,5 Metern ist sie nach dem Gollenstein bei Blieskastel im Saarland der zweitgrößte Menhir Mitteleuropas. Sie ist im Denkmalverzeichnis des Landes Sachsen-Anhalt als Bodendenkmal eingetragen.

Lage

Der Stein befindet sich am leicht abfallenden Südosthang einer Geländeerhebung. Er ist über den von der Neuragoczystraße abzweigenden Jungfrauenweg erreichbar und mit einer Informationstafel (Bild 2) versehen. In unmittelbarer Nähe liegt die Kleingartenanlage Steinerne Jungfrau, die nach dem Menhir benannt ist (Bild 3).

Beschaffenheit

Der Menhir besteht aus grauweißem Braunkohlenquarzit, der durch Verschmutzung größtenteils dunkelgrau bis schwarz verfärbt ist. Er hat einen etwa C-förmigen Querschnitt und eine stark zerklüftete Oberfläche. Ein deutlich sichtbarer Riss geht durch den Stein. Seine Breite beträgt 2,6 Meter und seine Tiefe 1,55 Meter.
Zur Höhe gibt es unterschiedliche Angaben: Waldtraut Schrickel gab 1957 noch 5,8 Meter an, neuere Quellen nennen 5,5 Meter. Herumliegende Bruchstücke belegen, dass durch Verwitterung immer wieder Teile abgebrochen sind – zuletzt 1890. Die ursprüngliche Höhe ist nicht sicher zu bestimmen, wurde aber auf etwa 8 Meter geschätzt.

Geschichte

In der näheren Umgebung gibt es zahlreiche weitere vorgeschichtliche Fundorte: In der Dölauer Heide befinden sich 36 Grabhügel, eine jungsteinzeitliche Siedlung auf der Bischofswiese sowie die Steinkiste am Waldkater. Funde aus der Umgebung des Menhirs stammen aus der Schnurkeramik, der Bronzezeit, der Eisenzeit, dem slawischen Frühmittelalter und dem Mittelalter.
Ob die Steinerne Jungfrau ursprünglich Teil einer Gruppe von Menhiren war, ist unklar. Auf einer Karte von 1840 werden „drei Steinerne Jungfrauen“ erwähnt, während Johann Christoph von Dreyhaupt bereits 1755 nur einen Stein nennt.
Im Mittelalter wurde der Menhir als Nagelstein genutzt, wie noch heute eine Reihe Nägel belegen. Es gibt eine Überlieferung, nach der nur bei Platzregen oder Gewitter Nägel eingeschlagen werden können.

Sage

Eine Sage berichtet, dass sich einst eine Jungfrau während eines Unwetters auf dem Heimweg vom Einkauf befand. Um Pfützen und Schlamm zu überqueren, ohne sich zu beschmutzen, beging sie schließlich den Frevel, ein gerade gekauftes Brot in den Schmutz zu werfen, um darüber zu steigen. Sie wurde auf der Stelle zu Stein verwandelt. In einer Variante der Sage war es eine Mutter mit zwei Kindern, in einer weiteren ein Mädchen, das nach Lettin zum Tanz wollte.

Quellen

Quelle: Wikipedia-Artikel „Steinerne Jungfrau“, abgerufen April 2026. Dort finden sich auch weiterführende Literaturangaben.

Fotos: Bild 1 Archiv Dr. Felix Bertelmann, Bild 2-3 Bernd Wolfermann

Lage auf der Karte