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Sehenswürdigkeit

Katholische Kirche „Maria Königin“

1998 eingeweiht und damit jüngste Kirche Halles. Pavillon-Zentralbau auf achteckigem Grundriss, entworfen vom halleschen Architekten Reinhard Rüger.

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1998 geweiht und damit die jüngste Kirche Halles: ein achteckiger, pavillonartiger Zentralbau im Herzen Dölaus, der mit seinem offenen Grundriss bewusst auf die Gemeinschaft hin gebaut ist.

Geschichte

Nach der Reformation wurden Bevölkerung und Kirche Dölaus im 16. Jahrhundert protestantisch; bei der Kirchenvisitation von 1583 waren im Ort keine Katholiken mehr verzeichnet. Erst mit der Industrialisierung kamen ab Mitte des 19. Jahrhunderts wieder katholische Zuwanderer in die Region, viele von ihnen aus dem Eichsfeld, aus Schlesien und Polen. Der Zuzug zahlreicher Umsiedler am Ende des Zweiten Weltkriegs belebte die katholische Konfession erneut. Über viele Jahrzehnte besaß die Gemeinde jedoch kein eigenes Gotteshaus und nutzte den Tanzsaal der Gaststätte „Dölauer Heide“ als Notkirche.

Erst Ende des 20. Jahrhunderts entstand ein eigener Kirchenbau. Am 25. August 1993 erteilte der Magistrat der Stadt Halle die Baugenehmigung. Die Grundsteinlegung nahm am 15. November 1997 (Bild 2) der Generalvikar des Bistums Magdeburg, Theo Stolpe, vor. Das Richtfest folgte am 29. Januar 1998 (Bild 3), am 10. Mai 1998 traf die Glocke ein – eine der letzten noch von Hand geläuteten Glocken Halles. Am 6. Dezember 1998 wurde die Kirche „Maria Königin des Friedens“, wie sie mit vollem Namen heißt, feierlich geweiht (Bild 4). Vielen Dölauerinnen und Dölauern wurde durch den Neubau im Ortszentrum überhaupt erst bewusst, dass ihr Ort auch eine katholische Kirchgemeinde hat.

Architektur

Architekt Reinhard Rüger gab dem Bau den Grundriss eines Achtecks, eines Oktogons. Schon in frühchristlicher Zeit war das Oktogon eine wichtige Form sakraler Architektur, denn die Acht hatte in der christlichen Symbolik eine besondere Bedeutung: Nach dem Alten Testament verließen nach dem Ende der Sintflut acht Menschen die Arche, mit denen Gott einen Bund schloss – so wurde die Zahl Acht zum Sinnbild für Errettung und Wiedergeburt. Auch das Sakrament der Taufe verbanden die frühen Christen mit dieser Zahl und errichteten ihre Taufkirchen (Baptisterien) deshalb meist achteckig.

Das entstandene Gemeindezentrum umfasst nicht nur die Kirche, sondern auch einen großen Saal, einen Schulungsraum, verschiedene Funktionsräume und die Pfarrwohnung. Pfarrhaus und Gemeindesaal schließen im rechten Winkel an den Kirchenraum an; verbunden werden sie über ein Eingangsfoyer. Kirche und Gemeinderäume sind so nicht voneinander getrennt – eine Gestaltung, die als Symbol für die offene Kirche und als Zeichen von Harmonie und Gemeinschaft verstanden wird. Der gesamte Bau, einschließlich der Pfarrwohnung, ist eine Holzfachwerkkonstruktion.

Sechs bis zum Fußboden reichende Fensterflächen (Bild 5) und eine Kuppel aus Glas lassen den Kirchenraum in hellem Licht erscheinen und sollen zugleich die Öffnung der Kirche nach außen versinnbildlichen. Die Glasfenster zeigen Szenen aus dem Leben Marias; der Altar steht im Mittelpunkt des Raumes unter einem Oberlicht.

Die Gemeinde heute

Die Kirche steht auf dem Grundstück Hans-Litten-Straße 5 (Ecke Alfred-Oelßner-Straße). Sie gehört heute zur Pfarrei „Carl Lampert“ (bis 2014 „Halle-Nord“) im Dekanat Halle des Bistums Magdeburg, zu der neben Dölau mehrere weitere Kirchen in Halle und Umgebung zählen.

Quelle

Bilder und Informationen wurden dem Dölauer Heft Nr. 3 – Die Dölauer Katholische Kirche, Raimund Lorenz, 1. Ausgabe 2013, Schäfer Druck & Verlag GmbH, Langenbogen entnommen.

Stichpunkt-Chronik der Kirchgemeinde; Wikipedia-Artikel „Maria Königin des Friedens (Halle)“; Raimund Lorenz, „Die Dölauer Katholische Kirche“ (Dölauer Hefte, 2013); halle365.de. Abgerufen Mai 2026.

Bilder und Informationen wurde dem Dölauer Heft Nr.3 – Die Dölauer Katholische Kirche, Raimund Lorenz, 1.Ausgabe 2013, Schäfer Druck & Verlag GmbH, Langenbogen entnommen, Bild 1: Archiv Bernd Wolfermann

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