Wer in den letzten Wochen die Straße „Am Brunnen“ entlang fuhr oder zu Fuß unterwegs war, konnte öfters einen blauen Firmenwagen beobachten. Der Fahrzeugbesitzer, Restaurator Frank-Uwe Albrecht, hat hier schon öfter Halt gemacht. Er hat sich die Aufgabe gestellt, das hier fast 100 Jahre stehende Dölauer Denkmal in einen besseren Zustand zu versetzen und vor dem weiteren Verfall zu retten. Wie Herr Albrecht in einem Gespräch berichtete, bestand der erste Schritt in der Anfertigung einer Dokumentation für die Denkmalbehörde. Abschnitte dieser Dokumentation sind unter anderem Schadensbeschreibung, Schadensursache und ein fotografischer Anhang. Es folgten Analysen des zu erwartenden Zerfalls und Vorschläge zur Verhinderung weiterer Zerstörung, d.h. die Erstellung eines Reparaturplanes.Bei den vorgenommen Untersuchungen stellten sich dem Fachmann einige Fragen. Eigentlich liegt die Haltbarkeit eines solchen Bundsandsteines bei mehreren hundert Jahren. Auffällig sind jedoch die vielen kleinen Löcher auf der Oberfläche. Es handelt sich um viele punktuelle mechanische Einwirkungen. Erfahrungen der Vergangenheit lassen die Vermutung zu, dass man entweder mit einer Schrottflinte auf das Denkmal geschossen oder auch mit kleinen Steinen dieses beworfen hat.

Die wirkliche Ursache wird wahrscheinlich ein Geheimnis bleiben. Andere Schäden dagegen sind eindeutig auf Witterungseinflüsse zurückzuführen. Tropfkanten an den Rändern waren früher offensichtlich kein Bestandteil bei der Denkmalplanung in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Heute versucht nun der Restaurator mit Kieselsäureestern die Oberfläche zu stabilisieren und einen passenden Mörtel für diesen Sandstein herzustellen. Im nächsten Schritt folgt mit viel Geduld und Versuchen, dem entwickelten Mörtel den passenden Farbton zu geben. Wie Herr Albrecht betonte, sind alle an der Restauration beteiligten Fachleute auch an bestimmte Festlegungen des Denkmalschutzes gebunden. So dürfen nur Materialien verwendet werden, die das Denkmal nicht verändern oder beeinflussen. Alle Veränderungen müssen reversibel sein. Bleibt nur zu hoffen, dass unser Denkmal noch viele Generationen den folgenden Gedanken vermittelt: Kriege bringen nur Leid und Tod! B.W., Oktober 2019